Wer schon einmal ein Möbelstück platzieren wollte, kennt das Prinzip: Viele Stellen in der Wohnung scheiden z.B. wegen Türen, Heizung, Lichteinfall oder Steckdosen aus, übrig bleibt eine kleinere Auswahl an verfügbarer Fläche. Ähnlich funktioniert es bei räumlicher Planung in der größeren Dimension. Aber statt eines Bauchgefühls braucht es vermehrt ein strukturiertes Vorgehen, etwa die sogennante Weißflächenkartierung. Bei dieser werden Ausschlusskriterien systematisch zusammengeführt; die verbleibenden „Weißflächen“ sind potenziell nutzbar.
Ein Beispiel ist die Suche nach Zwischenlagern für Ahrkies und Bodenmaterial aus Gewässermaßnahmen, die später beim Hochwasserschutz eingesetzt werden könnten. Ziel war es, im Kreis Ahrweiler geeignete Flächen zu finden. In Zusammenarbeit mit CISS TDI aus Sinzig und mithilfe von GIS-Analysen und der Verwendung, der systematischen Anwendung von Ausschluss-, Abwägungs- und Gunstkriterien sowie einer anschließenden visuellen Bewertung konnten 15 potenzielle Standorte in der Größenordnung von 2 bis 20 ha identifiziert werden. Die Flächen liegen überwiegend in der Verbandsgemeinde Adenau (mit weiteren Kandidaten in den VG Brohltal und Altenahr).
Die Weißflächenkartierung liefert damit eine systematische Vorauswahl. Sie ersetzt somit auch nicht den gesamten Entscheidungsprozess. Einzelanalyse - gemeinsam mit Behörden, Eigentümern und Gemeinden - und Ortsbegehungen der jeweiligen Flächen müssen zusätzlich erfolgen.